Erdarbeiten Teil VI 03.05.2019

03.05.2019

Seit dem letzten Eintrag ist wirklich viel passiert. 14 Tage bevor es eigentlich losgehen sollte, bekomme ich eine Email unseres Tiefbauers. Ob es in Ordnung wäre, schon eine Woche früher loszulegen. Aber sicher doch!

Das bedeutete aber gleichzeitig auch, dass ich dafür sorgen musste, dass das stille Örtchen und der Baustrom auch eine Woche früher auf dem Grundstück verfügbar war. Ersteres war mit einer Email erledigt. Beim Baustrom war es nicht ganz so einfach. Der Elektriker wartete immer noch auf den Versorger, der wiederum erst einen Auftrag anlegen musste, damit er eine Auftragsnummer vergeben konnte, mit der dann der Elektriker beauftragt werden konnte, die von ihm bereitgestellte Hausanschlusssäule an den Stromversorger zu liefern, damit dieser zur Baustelle rausfahren kann, um sie anzuschließen. (War genau so kompliziert, wie es sich liest). Und erst wenn diese steht, ruft der Stromversorger den Elektriker an, welcher dann den Baustromkasten liefert und anschließt. Die Hausanschlusssäule wurde gestern von einem freundlichen Mitarbeiter geliefert und angeschlossen. Bevor er sich verabschiedete, wollte er den Kasten aber noch einmal kurz durchmessen. War wohl der sechste Sinn eines Starkstromelektrikers. Es stellte sich heraus, dass bei uns das braune und das schwarze Kabel vertauscht sind. Also musste der arme Mann den Kasten nochmal abklemmen und die Litzen tauschen. Unseren Elektriker hat er auch direkt angerufen und Vollzug gemeldet. Ich bin gespannt, wann der Baustromkasten bei uns aufgestellt wird. Vermutlich erst in der kommenden Woche, aber in jedem Fall rechtzeitig.

Da sich unsere Grobabsteckung etwas verschoben hatte, musste die Firma TerraSystem nochmal rauskommen und die Punkte überprüfen. Danke an dieser Stelle, dass das so schnell und unkompliziert möglich war. Fotos mit freundlicher Genehmigung des Geologen. (Quelle: S.Stein)

Der Bagger war für Dienstagvormittag angekündigt. Gespannt bin ich gegen Mittag zum Grundstück gefahren. Der Bagger war leider noch nicht da, wohl aber der Baggerfahrer. Der Bagger würde sich verspäten, hieß es. Als dieser um 15 Uhr immer noch nicht da war, hat sich der Baggerfahrer in  den Feierabend verabschiedet. Gegen 16:30 Uhr war es dann soweit. Ein Tieflader mit dem Bagger kam die Straße runter. Ein ziemliches Ungetüm! Er wurde auf dem Grundstück abgesetzt. Dann fuhr der Tieflader 200 Meter rückwärts aus unserer Straße zurück. War überhaupt kein Problem. Von wegen „erschwerte Anlieferbedingungen“ liebe Fa. Schwörer!

Die Anlieferung des Baggers ging reibungslos, wenn auch mit etwas Verspätung von statten. Am kommenden Tag legte er gleich los und entfernte 252 Kubikmeter mit Bauschutt verunreinigte Erde. (Quelle: S.Stein)

A propros erschwerte Anlieferbedingungen: Um diese hat sich unser Bauberater gekümmert und auch unser Bauleiter hatte nicht sagen können, warum wir diese Kosten aufgebrummt bekommen haben. Letztendlich konnte Herr Lückgen uns mitteilen, dass es ein Versehen war und dieser Posten vom Tisch ist.

So, jetzt zum eigentlich wichtigsten Punkt. Am Mittwochmorgen legte der Bagger los…. und förderte Bauschutt zu Tage. Mehr und mehr. Mann konnte den Eindruck gewinnen, dass der Abbruchunternehmer das gesamte alte Haus einfach untergehoben hat. Dabei hatte ich schon Stunden, ach Tage, damit verbracht das Grundstück zu säubern. Dabei hatte ich mich allerdings innerhalb der Grobabsteckung bewegt. Damit aber genug Arbeitsraum am Sockel der Kellerbodenplatte ist und die Böschungskante hält, muss das Loch rundum ca. 3 Meter größer sein als die Grobabsteckung. Je weiter der (übrigens sehr nette) Baggerfahrer kam, desto riesiger (größer wäre absolut untertrieben) wurde das Loch und die Dinge, die der Bagger zu Tage förderte: Ein weiteres Fundament des alten Hauses, die Abwasserrohrleitungen, die alte Jauchegrube. Alles, was eigentlich schon längst entfernt worden sein sollte. Insgesamt haben wir dann nochmal 252 Kubikmeter verunreinigte Erde abfahren lassen müssen. Autsch, das war teuer.

Die Hinterlassenschaften des Abbruchunternehmers (Quelle: S.Stein)

Nachdem wir nun endgültig den Müll los sind, ist unser Geologe nochmal vorbeigekommen, um eine Bodenprobe zu nehmen. Mit der ermittelten Bodenklasse errechnet sich der finale Preis für die Entsorgung. Nach Rücksprache mit TerraSystem können wir nun aber einen Teil des Bodens, den ich mittlerweile eher als Geröll bezeichnen würde, für die Wiederverfüllung rund um den Keller nutzen. Das spart uns richtig Geld. Kurzum haben wir nun einen 120 Kubikmeter großen Haufen hinten im Garten.  Zwar haben wir nun den schönen Blick ins Tal nicht mehr, aber dafür einen prächtigen Aussichtsposten, um sich die weiteren Arbeiten von oben anzusehen.

Deutlich sind die mit Bauschutt verfüllten Keller zu erkennen (Quelle: S.Stein)

Der Bagger ist mittlerweile so tief ins Erdreich vorgedrungen, dass man den Eindruck gewinnen könnte, wir wollten einen zweigeschossigen Keller bauen. Auch die Fläche des Kraters suggiert eher den Bau einer Villa mit 300qm  Grundfläche statt eines Einfamilienhauses. Aber der Bagger ist hochmodern und kann auf eine maximale Tiefe eingestellt werden. Wobei das bei uns fast nicht nötig gewesen wäre. Denn bei Erreichen der Zieltiefe sind wir auf einen Streifen massiven Fels gestoßen, den der Bagger auch nicht aufbrechen konnte.

Glück gehabt, denn hätten wir noch ein paar Zentimeter tiefer ausschachten müssen, hätten wir das Gestein wegsprengen müssen. Wäre auch interessant zu sehen gewesen, jedoch will ich nicht wissen, was unser Geldbeutel dazu gesagt hätte. In der kommenden Woche werden nun die letzten 10 Sattelzüge Aushub abgefahren. Der große Bagger wird gegen einen Kleineren getauscht und dann wird der Untergrund für die Bodenplatte mittels Schotter als kapillarbrechende Schicht vorbereitet. Zu guter Letzt kam unser Bauleiter noch am Grundstück vorbei und teilte mir mit, dass der Keller eine Woche früher als geplant kommen soll. So kann es weitergehen!

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