Bemusterung 04.03.2019

Bemusterung

Rund eine Woche vor unserem Bemusterungstermin haben wir an einem Freitagabend das Nachtragsangebot im Briefkasten gehabt. In diesem sind alle Änderungen am Haus seit der Vertragsunterzeichnung aufgelistet. Es bildet die Basis für die Bemusterung. Da wir von Anfang an wussten, wie unser Haus aussehen würde und nur noch Details geändert haben, haben wir nicht mit Überraschungen gerechnet. Doch es kam anders als gedacht. Wieder einmal hat sich die fehlende Qualität des Architekten bemerkbar gemacht. Obwohl dieser unser Budget kannte und uns damals ebenfalls bei der Kalkulation für die Bank geholfen hatte, wurde unser Budget komplett überzogen. 10.000 bis 20.000€ über der ursprünglichen Planung hätten wir womöglich noch stemmen können, doch wir sind soweit über das Ziel hinausgeschossen, dass das Projekt für uns in dieser Form nicht mehr realisierbar war. Ich habe am Ende des Nachtragsangebots nur auf den Gesamtbetrag geschaut und war restlos bedient. Nach drei Schnaps für jeden von uns (Bestatter‘s Bester; Kenner wissen Bescheid) und einer schlaflosen Nacht, haben wir uns dann die einzelnen Positionen im Nachtragsangebot angesehen. Je weiter wir kamen, desto größer wurde die Fassungslosigkeit. Der Architekt hatte etwa den Kniestock von 1,85m auf 1,95m erhöht (damit gilt das Haus als 2-geschossig und hat folglich auch einen anderen Grundpreis pro Quadratmeter!). Weiterhin hatte er eine elektrische Fußbodenheizung im gesamten Obergeschoss eingeplant, die schlappe 13500€ kosten sollte. Zudem hatten wir an diversen Fenstern Rollläden, die wir explizit nicht gewünscht hatten. Da fragt man sich doch allen Ernstes, ob Schwörer für seine Dienstleister keine Mindestqualitätsstandards hat und diese regelmäßig in Audits überwacht? Zudem hatten wir von Anfang an mit einer Kragarmtreppe geplant. Was diese bei Schwörer kosten würde, konnte uns aber niemand sagen. Jetzt stand es schwarz auf weiß im Nachtragsangebot… Der Preis war so horrend hoch, dass wir eigene Angebote eingeholt und einen Treppenbauer in Italien gefunden haben, der nun unsere Treppe bauen soll. Zur Treppe werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben.

Unser Schwörer-Berater hatte das Nachtragsangebot ebenfalls erhalten und uns umgehend (noch am Sonntagnachmittag) einen Termin in seinem Musterhaus angeboten. In gut vier Stunden sind wir gemeinsam das komplette Nachtragsangebot Position für Position durchgegangen und haben die Fehler des Architekten bereinigt. Zudem haben wir noch kleinere Änderungen an den Fenstern vorgenommen und so die Kosten nochmals etwas senken können. Am Ende des Abends waren wir fast wieder beim Ursprungspreis für das Haus, allerdings mit ein paar Eigenleistungen mehr. Halbwegs beruhigt ging es dann eine Woche später in Weißenthurm zur Bemusterung.

In der Zwischenzeit sollte der Architekt die Pläne korrigieren. Als wir sie dann zurückbekamen, waren sie erneut übersäht mit Fehlern. Ich werde drei Kreuze an jenem Tag machen, an dem ich fehlerfreie Pläne unseres Hauses in den Händen halte…

Ich habe mich daraufhin nochmals mit Herrn Lücken getroffen und wir haben alle Fehler dokumentiert.

Für die Bemusterung haben wir nur einen Tag eingeplant. Schließlich wollen/müssen wir viel in Eigenleistung machen und werden auch die Küche nicht über Schwörer beziehen.

Pünktlich um 8 Uhr waren wir in Weißenthurm, wurden freundlich begrüßt und zu einem mit Getränken und Keksen bestückten Tisch in der Mitte des Ausstattungszentrums gebeten. Kurz darauf kam auch schon unsere Ausstattungsberaterin, stellte sich knapp vor und wollte dann mit den von ihr mitgebrachten Plänen beginnen. Schnell stellte sich heraus, dass sie nicht den letzten Planstand hatte. Wir haben sie dann freundlich darauf hingewiesen, wurden jedoch bestimmt zurückgewiesen. Sie wisse schon was sie da mache. Ihre Pläne wären definitiv die richtigen. Nur widerwillig und mit einigen Pausen, in denen sie im Büro mit Schwörer telefonierte, konnten wir ihr den letzten Planstand mitgeben. Wäre es nach mir gegangen, wäre ich nach einer halben Stunde nach Hause gefahren. Meiner Frau zuliebe sind wir geblieben, jedoch bin ich mit der Ausstattungsberaterin an diesem Tag überhaupt nicht mehr warm geworden. Immer wieder musste ich mir auf die Zuge beißen, wenn sie unsere Planungen kommentierte: etwa, dass wir recht wenig Wände eingeplant hätten, schließlich müssten die Lichtschalter ja auch irgendwo untergebracht werden. Aber kommen wir zurück zum eigentlichen Zweck des Termins: der Ausstattung. Wir haben fast alles rausgenommen, was rauszunehmen ist. Es wird ja im Netz oft geschrieben, wieviel bei Schwörer bereits mit im Standard enthalten ist. Das trifft durchaus zu, allerdings nicht ganz unseren Geschmack. Einmal abgesehen davon, dass die aufpreispflichtigen Ausstattungen wirklich saftige Pricetags haben. Aus dem Standardprogramm haben wir

Nette Geste des Schwörer-Teams: Frische Früchte als Nervennahrung (Quelle: S.Stein)

jedoch unsere Haustür und Klingel genommen.
Zum Mittag waren wir zusammen mit der Ausstattungsberaterin bei einem Italiener. Gut gestärkt ging es in den Nachmittag. Hier haben wir die eben schon angesprochenen Elektropläne erstellt (man sollte sich unbedingt vorab Gedanken gemacht haben, welche Geräte und Beleuchtung man anschließen möchte – inklusive Küchenplanung).

Im Nachhinein betrachtet hätten wir uns vorab noch mehr Gedanken hinsichtlich der Ausstattung machen können – z.B. bei den Badezimmerarmaturen. Obwohl oder gerade weil wir sie in Eigenleistung machen, wäre es sinnvoll gewesen, sich bereits für ein Modell zu entscheiden und die technischen Zeichnungen mitzubringen. Das werden wir umgehend nachholen.

Letztlich war der an sich aufregende Bemusterungstermin mit vielen Unstimmigkeiten und Kommunikationsproblemen behaftet, welche ihren Ursprung in der mehrfach fehlerhaften Planfertigung des Architekten und damit einhergehenden Plankorrekturen hatten. Ich kann hier nur immer wieder betonen, wie wichtig die sorgfältige Auswahl des Architekten ist.

Sobald wir nun die technischen Zeichnungen für die Badarmaturen sowie die Küchenplanung nachgereicht haben, wird das Ausstattungsprotokoll erstellt.
Zudem sollte sich dann auch unser Bauleiter in nächster Zeit bei uns melden.

Wir sind gespannt.

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