DIY-Zimmerlampen 29.03.2020

Im Vorfeld haben wir uns hinsichtlich der Beleuchtung der Räume natürlich Gedanken gemacht. Dabei bin ich auf ein Werbevideo der Firma Occhio für seine Lampe Mito gestoßen.

Das Vorbild. So haben wir uns die Beleuchtung über dem Esstisch vorgestellt. (Quelle: Occhio)

Mal abgesehen vom tollen Design der Lampen: wie toll wäre es denn, wenn man die Lampen mit Gesten dimmen bzw. an- und abschalten könnte? Und drei Stück über unserem Esstisch sähen wirklich umwerfend aus…. Was mich aber wirklich umgeworfen hat, war der Preis. Einen fünfstelligen Betrag hatten wir für unsere Lampen jetzt wirklich nicht eingeplant. Also musste etwas anderes her.
Die Firma s.LUCE hat mit ihrer Ringleuchte eine runde Leuchte im Programm, die man sich sogar nach eigenen Wünschen anfertigen lassen kann.
Entsprechend unserem Vorbild haben wir zwei 40cm-Ringe und einen 60cm-Ring für den Esstisch sowie einen 80cm-Ring fürs Wohnzimmer geordert. Die großen Ringe jeweils als dimmbare Variante.
Beim Auspacken der Ringe waren wir ganz zufrienden. Sie sehen wirklich gut aus. Was uns weniger gepasst hat, war der Baldachin der Lampen, der mir optisch überhaupt nicht zusagte. Jedoch war er notwendig, da sich in diesem der Trafo jeder Lampe befindet und die Hängeseile des Lampenrings dort zusammenlaufen.

Also habe ich nach einer Lösung gesucht, um die Baldachine loszuwerden, die Trafos in der Decke zu verstecken und die Hängeseile lotrecht von der Decke zum Lampenring verlaufen zu lassen. Zum Baldachin verlaufen sie konisch.
In einer endlosen Fummelei habe ich die Baldachine auseinander genommen. Das Netzteil war nur mit einem Klebestreifen fixiert und in sich geschlossen. Die Lampenaufhängung war so konstruiert, dass man die Seile in eine Richtung durchführen kann, in der Gegenrichtung
griff dann eine Klemmvorrichtung. Zum Einstellen der Lampe (wenn sie einmal montiert ist) super, für Bastler wie mich eher nicht. Die Seilklemmung musste ich komplett auseinander nehmen.
Als neue Befestigung der Seile wollte ich ein Holzbrett unter die Decke montieren und die Oberseite für die Verkabelung entsprechend ausfräsen. Die drei Trafos waren auch für das Holzbrett zu dick, so dass ich sie in der Zwischendecke verstecken wollte. Über dem Esstisch haben wir praktischerweise einen Auslass unserer Lüftungsanlage. Dieser lässt sich ausbauen und über die Öffnung kann man die Trafos gut in der abgehängten Decke verstecken. Allerdings sollte man daran denken, dass in den Lüftungsöffnungen die PTC-Heizelemente sitzen, die man über die entsprechende Sicherung im Schaltschrank abstellen kann.
Also wurden in der Holzplatte die gewünschten Leitungsverläufe aufgezeichnet und mit der kleinen Bosch GKF 600 ausgefräst.

Die Ausfräsung für den PTC-Auslass in der Entstehung (Quelle:S.Stein)

Der kreisrunde Luftauslass wurde anschließend mit dem Kreisschneideaufsatz für die Fräse realisiert und an der Unterseite der Platte ordentlich abgerundet. Schließlich sollte der Luftausstoß nicht beeinträchtigt werden.
Die neuen Befestigungspunkte für die Seitaufhängungen wurden markiert und dann soweit mit einem 15er Forstnerbohrer eingesenkt, dass das Gewinde der Seilaufhängungen wieder passte.

Schweißtreibend war nun die Aufhängung der Lampenkonstruktion:
Das Stromkabel haben wir zuerst über den Auslass des PTC-Elements zurückgezogen und die Trafos daran angeschlossen. Sie liegen in der Zwischendecke und haben dort reichlich Luftraum, sodass ich nicht befürchten muss, dass sie mal überhitzen. Brennbar ist in der direkten Umgebung auch nichts. Das Brett musste genau über dem Esstisch an der Decke positioniert und mit zwei Mann fixiert werden, während ich insgesamt acht Löcher durch das Holzbrett in die Decke gebohrt habe. Da ich leider nicht mehr wusste, wo genau die Metallleisten der Deckenabhängung verliefen und wo nicht, habe ich die Löcher einfach danach beschriftet, was ich getroffen hatte: „Gips“ oder „Metall“. Das Brett wurde nun wieder abgesetzt. Für die „Gipslöcher“ hatte ich mir spezielle Dübel besorgt die nun vorsichtig eingesetzt wurden, in die „Metalllöcher“ kamen später einfach Blechschrauben.

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Jetzt konnte das Brett vorsichtig an den Gipskartondübel befestigt werden. Das Brett wird später noch weiß gestrichen, sodass es optisch mit der Decke verschmilzt.
Zu guter letzt wurden noch die Lampen an die Trafos angeschlossen und ein Funktionstest durchgeführt. Perfekt. Alle drei Lampen funktionieren. Auch das PTC-Element war schnell wieder eingebaut, so dass es direkt im Wohnzimmer weiter gehen konnte.

Gleiche Lampe, gleiches Problem: Der Baldachin.
Auch dieser wurde kurzerhand wieder in seine Einzelteile zerlegt. Jedoch wollte ich es hier ohne ein „Hilfsholzbrett“ versuchen. Doch war hier der PTC-Auslass so weit vom Deckenauslass des Stromkabels entfernt, dass ich von dort aus es nicht zurückziehen konnte. Allerdings haben wir im Wohnzimmer ja auch einen Beamerlift, der aus der Decke fährt. Also wurde diese wieder ausgebaut und das Kabel zunächst dorthin gezogen.

Dazu habe ich ein 2mm dickes Stahlseil in der Mitte halbiert und die Enden am Stromkabel vorbei durch die Decke geführt, in der Hoffnung, dass sie irgendwie am Beamerlift ankommen. Das ging auch erstaunlich gut. Die beiden Enden habe ich nun in ein 15mm Plastikleerrohr geführt und bis zum Ende durchgezogen. Das Stromkabel verklemmt sich dadurch zwischen Stahlseil und Leerrohrende und geht dadurch auf dem Weg nicht verloren. Um nun den Strom weiter zum PTC-Auslass zu verlegen, habe ich eben dieses Leerrohr vom Beamerlift aus zwischen Dämmung und den Gipsplattenträgern durchgesteckt und das Kabel dann dort durchgezogen.
Die Ringlampe wurde nun so ausgerichtet, dass das Stromführende Aufhängungskabel in Richtung PTC-Auslass zeigt und auch in der Decke kein Balken mehr den Kabelweg versperrt. Alle drei Aufhängungen wurden nun mit den Gipskartonplattendübeln an der Decke montiert. Die Stromdurchführung in die Decke erfolgte mittels separater 3mm Bohrung direkt neben dem Dübel.
Nun konnte man vom PTC-Auslass das Lampenkabel aus erreichen und dort den Trafo anschließen. PTC-Element wieder einbauen; fertig !

Über der Treppe wünschte sich meine Frau eine Lampe mit sieben Glühbirnen, die einfach in unterschiedlicher Höhe an schwarzen Seilen von Decke hängen.

Wie im Esszimmer, so diente mir auch hier ein Holzbrett mit Kabelkanalfräsungen als Grundplatte zur Befestigung der Lampenseile.
Allerdings habe ich hier vorgesorgt und bei der Montage der Gipskartonplatten einen entsprechenden Ausschnitt ausgespart. Zudem habe ich mit Holzlatten vorab für eine geeignete Befestigungsmöglichkeit gesorgt so dass die Trägerplatte ganz einfach mit Holzschrauben befestigt werden konnte. Als „Knotenpunkt“ für die Lampenkabel dient eine in die Aussparung montierte Leerdose für Steckdosen.
Lampenseil (oder Stromkabel mit Stoffummantellung – wie es richtig heißt) sowie die Lampenfassungen gibt es im rot-weißen Baumarkt. Die Glühbirnen haben wir aus dem schwedischen Möbelhaus, mir fällt der Name gerade nicht ein. Aber leckere Hotdogs gibt’s da…
Nun wurde alles zusammengebaut und angeschlossen. Lampe leuchtet! Wunderbar!
ABER: Zu unserem Erschrecken wurde die Lampe zusammen mit unseren Einbauspots geschaltet und nicht wie von uns geplant als einzelne Lampe, die ich auch vom Flur aus einschalten kann, wenn ich ins OG gehen möchte. Was ein Glück, dass wir ein paar Tage später unverhoffter Weise fachmännische Hilfe bekamen…..

Fertig ist die Lampe! (Quelle: S.Stein)

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