Parkett legen 20.12.20019

So langsam wir es wirklich wohnlich bei uns. Einen entscheidenen Anteil daran hat unser Parkett von HKS aus Münster. Die Landhausdielen geben eine schöne, warme Atmosphäre. Dazu ist die Haptik einfach toll. Im Obergeschoss wurde der Trockenestrich zunächst mit der passenden Grundierung (Wakol 3055) vorbereitet und ein paar Stunden trocknen gelassen.
Das Verlegen der Dielen ist eigentlich ganz einfach, wenngleich der Kleber schon ein Sauzeug ist. Er klebt nach ein paar Reihen wirklich überall. Für den Zuschnitt der Dielen habe ich meine Bosch Kappzugsäge mit dem passenden blauen Sägeblatt „Wood expert“ verwendet. Es ist rasiermesserscharf und schneidet die Dielen ohne auszureißen.
Nachdem der Kleber dann zwei Tage Zeit hatte, richtig zu trocknen, ging es ans Ölen. Dazu hatte ich zu den Dielen direkt das passende Öl gekauft. Um das Öl auch gleichmäßig aufzutragen, habe ich zunächst jeweils drei Dielenreihen quer und dann anschließen mit den Rollen durchgehend längs gerollt. Durch das Öl bekam der Boden nochmal eine etwas intensiviere Färbung verbunden mit einem matten Glanz.

Halbzeit in der Galerie (Quelle: S.Stein)
Links: frisch geölt; Rechts: ungeölt (Quelle: S.Stein)

Etwas schwieriger gestaltete sich das Verlegen im Erdgeschoss. Beim Fliesenlegen haben wir in der Küche nicht aufgepasst und etwas zu wenig Fliesenkleber benutzt. Dadurch ist das Parkett dicker als die Fliesen. In der Folge würde es einen ca. 5mm dicken Höhenunterschied am Übergang von Fliesen zu Parkett bedeuten. Abgesehen davon, dass es eine Stolperfalle wäre, ist es aus ästhetischen Gesichtspunkten keine Option gewesen. Das Parkett auf der Rückseite einen halben Zentimeter abschleifen, wollte ich aber auch nicht, da ich dadurch die Nut entfernen hätte. Inwieweit die Dielen, wenn sie einmal verklebt sind, dann trotzdem untereinander halten, konnte ich nicht einschätzen. Und wer einmal Estrich abgeschliffen hat, weiß, was dass für einen Dreck verursacht.
Ich habe mich letztendlich für beides entschieden: Das Parkett mit dem Dickenhobel 3mm gehobelt und den Estrich einen halben Zentimeter abgeschliffen. Ich brauche ja auch noch etwas Platz für den Parkettkleber. Im Verleih habe ich mir eine Schleifmaschine geliehen, mit der ich aber schnell feststellen musste ,dass es damit leider nicht funktionierte. Also musste kurzerhand meine 125er Flex mit Absaugung und Betonschleifscheibe herhalten. Und siehe da, es funktionierte. Nach gut 5 Stunden war ich dann fertig….. und wusste, was man unter „Hand-Arm-Vribrationen“ zu verstehen hat. Sehr unangenehm.
Ok. Jetzt nur noch das Parkett. Ist ja Holz und sollte mit dem Ryobi Dickenhobel schnell gehen. Sollte.
HKS verwendet als Trägerplatte Multiplex, d.h. die Holzfasern verlaufen je nach Schicht auch mal längs zur Diele. je nach Faserrichtung sieht dann auch der abgehobelte Span aus….. und verstopft einem jede Absauganlage. Die Kombination Ryobi-Dickenhobel mit Festool-Staubsauger funktionierte schonmal nicht. Ok. Dann probieren wir es mal eine Nummer größer.
Zum Glück haben wir in der Familie jemanden mit sehr, sehr großen Werkstatt und einem Felder-Hobel in Verbindung mit einer professionellen Absauganlage. Und siehe da……….auch die verstopfte ! Der 125er-Absaugschlauch war schnell verstopft. Mit ein paar Modifikationen ging es dann schließlich aber doch. Am Ende hatten wir zwei große Müllsäcke von Hobelspänen.

Vom Esszimmer beginnend konnte ich dann die Dielen ohne Probleme und vor allem bündig mit den Fliesen verlegen. Dann kam der Eingangsbereich zum Wohnzimmer und damit der Standort unseres Kamins. Die Wand, an der der Kamin zwischen Fenster und Gartentür steht ist 1,35m breit. Leider hat unser Architekt es versäumt, das Rauchrohr und den Frischluftanschluss mittig in der Wand zu platzieren. Der Estrichleqer (und nicht nur der !) ist aber genau davon ausgegangen und hat das Kamin Fundament genau passend und mittig vor der wand platziert. Nun musste ich sehen, wie ich es hinbekomme, die sechs Zentimeter, die Rauch und Zuluftrohr aussermittig platziert wurden zu kaschieren. Dazu musste ich das Kaminfundament etwas versetzen.

Zusätzlich habe ich dann noch die Glasplatte, die man eigentlich vor den Kamin als Brandschutz legt, in den Boden eingesenkt. Damit ist die Glasplatte komplett bündig mit der Parkettoberfläche und man stolpert nicht darüber. Schließlich liegt sie direkt im Durchgangsbereich zum Wohnzimmer. Letztendlich war das alles mal wieder deutlich mehr Arbeit als geplant, aber das kennen wir ja schon.

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