Wäscheabwurf 27.08.2019

Ein schönes Detail, das wir uns ausgedacht haben: unser Wäscheschacht im Badezimmer, in den man seine schmutzige Wäsche wirft und diese direkt unten im Keller vor der Waschmaschine landet. Großartig! Bei der Planung wurde der Schacht entsprechend berücksichtigt. Dass bei uns Technikraum, Gäste-WC und Badezimmer direkt übereinander liegen, vereinfacht die Sache natürlich etwas. Auch wollten wir nur einen Einwurf im Obergeschoss, einen zusätzlichen im Gäste-WC im Erdgeschoss hielten wir nicht für notwendig. Naja, unsere Freude währte dann solange, bis wir dann den Preis genannt bekamen: Ein mittlerer vierstelliger Betrag für ein Paar Rohrstücke, verkleidet mit Dämmwolle und Gipskarton…? Das war es uns dann doch nicht wert. Eine schnelle Recherche im Netz ließ uns das Thema „Wäscheabwurf“ dann auf die immer länger werdende Liste der Eigenleistungen setzen. Denn ganz daraf zu verzichten wollten wir dann doch nicht und die DIY-Anleitungen sahen vielversprechend aus. Auch die Materialkosten für 3,5m KG-Rohr mit 30cm Durchmesser inkl. Schellen und ein bisschen Dämmwolle, Kanthölzer und Gipskarton waren weit unter dem Schwörerpreis. SchwörerHaus lässt dann nur in Keller und EG-Decke eine quadratische Aussparung.

Das war vor gut einem Jahr. In der Zwischenzeit liest man sich ein bisschen ein und erfährt, dass das billige KG-Rohr aus brandschutztechnischer Sicht vielleicht doch keine so gute Idee ist. Schließlich baut man eine Art Kamin, der insbesondere dann, wenn er selber auch noch entflammbar ist und starken Rauch entwickelt, sich in einem Holzhaus wohl nicht so gut macht. Aber auch dafür habe ich im Internet rasch eine Alternative gefunden: Verzinkte Lüftungsrohre! Die sind preislich noch im Rahmen und nochmal deutlich günstiger als Edelstahlrohre.

Nachdem das Haus dann endlich stand, wurden die Styroporplatzhalter in den Decken entfernt. In die Kellerdecke habe ich dann ein 50cm langes Stück in Beton eingegossen. Dazu habe ich von unten mit einer Holzplatte, die ich gerade zur Hand, hatte eine Schalung gebaut und mittels Dübeln in der Decke befestigt. Mit einem Rest Bauschaum des Schwörertrupps wurden anschließend die Nahtstellen geschlossen. Nun wurden seitlich in die Wände der Aussparung mit einem 14er Betonbohrer Löcher gebohrt und anschließend 6mm starke Baustahlstäbe zu zurecht geschnitten, dass sie die Öffnung überspannen und mit den Enden in jeweils einer Bohrung liegen. Die eigentlich viel zu großen Bohrungen bewirken, dass neben dem Baustahlstab auch noch einiges an Beton hinenpasst und damit den zu gießenden Betonkubus nochmals besser in der vorhandnenen Decke verankert.

Da wir noch viele andere Baustellen hatten, konnte der Beton gut aushärten, bevor ich die Schalung entfernt habe. Die Rohre werden ganz einfach übereinander gestellt und an der Pfalz der Rohrenden mit einer entsprechenden Rohrschelle verspannt. Die Schellen haben eine Art Schnellspannmechanismus, dadurch geht der Zusammenbau des gesamten Rohres ratzfatz. Nun wurde das Rohr mittels Rohrschellen immer abwechselnd in einem Abstand von rund 70cm in der Außen- und der Trennwand zwischen Gäste-WC und Küche verschraubt. Die Aussparung in der Decke zum OG wurde – nachdem eine Cospanplatte zurechtgesägt war – mit Dämmwolle dicht gefüllt und von oben verschraubt.

Damit war unser Wäscheabwurfschacht soweit fertig und musste nur noch verkleidet werden. Dazu habe ich eine Rahrenkonstruktion gebaut, diese auch wieder gut mit Dämmwolle gefüllt und anschließend mit einer 15mm Spanplatte und 12,5mm Gipskarton belegt. Durch die dichte Dämmwolle klingt der Schacht überhaupt nicht hohl, wenn man an den Gipskarton klopft.

Jetzt muss der Abwurfschacht nur noch eine kinder- und brandschutzsichere Klappe bekommen und eine schöne Verkleidung. Aber wir kriegen das hin.

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